Schwarzwälder Bote: Eröffnungsfeier 22.06.2018

Von Jürgen Lück 24.06.2018 – 20:44 Uhr

Firmengründer Xu Chao verneigt sich vor seiner Rede tief vor den Gästen. Bürgermeister Ralph Zimmermann kommt knapp eine Stunde zu spät. Und Thomas Fröschle alias Zauberer Topas hat sogar grüne Schuhe an. Denkwürdige Eröffnung der neuen OPK-Europazentrale.

Horb. Der Show-Room im ersten Obergeschoss des ehemaligen Gebäudes der Firma Riese Electronic auf dem Hohenberg ist voll. Grauer Teppich, weiße Stühle – und überall das OPK-Grün. Sogar der Sekt nach der Durchschneidung des Bandes am Ende der Eröffnung wird mit Waldmeistersirup gemischt, sodass der Glasinhalt in der Farbe der OPK-Rollen schimmert.

Denn: Mit zunächst zwölf Mitarbeitern will Xu Chao, Firmengründer aus Zhongshan, von Horb aus erst Europa und dann die Welt mit seinen Schiebetürbeschlägen erobern.

Und die Chancen stehen gut, wie Andreas Barthel vom Tor- und Türhersteller Novoferm den Gästen in einer Präsentation zeigt: Von der ersten Schiebetür, die in Pompeji vor über 2000 Jahren konstruiert wurde, ist diese Tür in der modernen Architektur nicht mehr wegzudenken. Barthel: „Angesichts steigender Immobilienpreise haben die Menschen ein Bedürfnis, keine festen Raumtrennungen durch Mauern zu haben. Der Flur wird auf Dauer verschwinden. Küche und Wohnzimmer beispielsweise werden durch Schiebetüren flexibel mal kleiner, mal größer!“ Firmengründer und General Manager Xu Chao zückt das Smartphone und fotografiert die Präsentation.

Dann tritt Xu Chao im blauen Anzug auf die Bühne. Verneigt sich tief vor den Gästen: „Heute ist ein historischer Tag für OPK. Der Standort Horb ist für uns ein wichtiger Schritt in unserer globalen Strategie!“ Erzählt vom Beginn. Xu: „Ich war Zimmermann. Ein Kunde fragte mich nach einer Schiebetür ohne die untere Führungsschiene. Ich habe mir die Teile gekauft und die Schiebetürführung in purer Handarbeit gefertigt. Das war das erste hängende Schiebetürensystem in China.“ Der Firmengründer erwähnt auch die schwierigen Zeiten von OPK.

Dann lobt er das Horber Team: „Sie haben viel Leidenschaft. Ich denke, sie sind nicht wegen des hohen Gehalts bei OPK, sondern deshalb, weil sie ihr Potenzial auf der OPK-Plattform entfalten können. Ich bin sehr stolz auf unsere Mitarbeiter. Wir werden hier in Horb nicht nur den Vertrieb haben, sondern auch Forschung und Entwicklung. Dazu wird in Horb auch produziert werden!“

Das heißt: Der Standort Horb wird der wichtige Brückenkopf in den zunächst europäischen Markt werden. Und Xu gefällt es auch in Horb bei seinem ersten Besuch, wie er dem Schwarzwälder Boten sagt: „Das ist eine sehr schöne Stadt. Die Leute sind sehr nett und überhaupt nicht arrogant. Wir werden demnächst hier unser Forschungs- und Entwicklungszentrum eröffnen. Wir bieten unseren Kunden maßgeschneiderte Lösungen. Dazu braucht man natürlich Know-How. Und deshalb bekommt Horb auch eine Forschungs- und Entwicklungsabteilung!“

Xu trys Spock greetings etc.

Xu. Kontrolliert, aber auch locker. Lacht, als Thomas Fröschle seine OPK-grünen Chucks zeigt. Macht mit, als Zauberer Topas mit Handlockerungsübungen wie dem Spock-Gruß die Zeit zwischen den Reden überbrückt.

Bürgermeister Ralph Zimmermann kam knapp eine Stunde zu spät zur Eröffnung. Zimmermann entschuldigt sich: „Durch ein Versehen des Büros wurde mir erst 17 Uhr als Termin genannt. Ich bin erst knapp ein Jahr im Amt. Ich wurde hier in Horb mit offenen Armen empfangen. Diese offenen Armen möchten wir Ihnen auch entgegenstrecken! Sie haben sich mit dem Standort Horb für den industriellen Motor des Landkreises entschieden. Wir sind sehr stolz, neben Weltmarktführern wie Fischer, Lauffer oder Leuco auch OPK hier zu haben. Ich bin sicher, uns wird mehr verbinden als der Standort. Aus Ihrer Vita sieht man, dass Sie Geist und Mut haben. Herr Xu, Sie sind ein Tüftler mit Erfolg. Das ist eine Mentalität, die nach Horb passt. Wir hoffen, dass es nicht bei zwölf Arbeitsplätzen in Horb bleibt!“

Xu Chaos Vita erinnert an Arthur Fischer, den Dübel-Erfinder und Gründer der fischer-Werke. Doch bisher, so verrät der OPK-Gründer, hat er sich mit Arthur Fischer noch nicht beschäftigt.

Vielleicht schafft er das bei seinem nächsten Besuch in Horb. Denn: Die OPK-Beschläge für die Schiebetür als Raumteiler müssen ja irgendwie in der Wand oder Decke befestigt werden. Wäre ja verwunderlich, wenn Fischer dafür keine Befestigungslösung hätte.

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